Die Spitze der Partei aus Main-Spessart mit den Referenten des Abends beim Neujahrsempfang der FDP (von links): Juli-Kreisvorsitzender Sebastian Inderwies, Kreisrat Hubert Fröhlich, Angelique Renkhoff-Mücke, Kreisvorsitzender Helge Ziegler, Organisator und Landtagskandidat Werner Jannek, Bundestagsabgeordneter Lukas Köhler, der bayerische Generalsekretär Norbert Hoffmann und Landtags-Stimmkreiskandidat Peter Sander.

MARKTHEIDENFELD FDP-Neujahrsempfang: eine Premiere mit Aufbruchsstimmung Joachim Spies 10. Januar 2018 11:25 Uhr Aktualisiert am: 10. Januar 2018 13:32 Uhr Die Spitze der Partei aus Main-Spessart mit den Referenten des Abends beim Neujahrsempfang der FDP (von links): JuLi-Kreisvorsitzender Sebastian Inderwies, Kreisrat Hubert Fröhlich, Angelique Renkhoff-Mücke, Kreisvorsitzender Helge Ziegler, Organisator und Landtagskandidat Werner… Foto: Joachim Spies Kreisvorsitzender Helge Ziegler gab bei der Begrüßung der rund 40 Gäste im Warema Inforum den Strahlemann: „Wir haben zum ersten Mal einen Neujahrsempfang, seit ich die FDP im Landkreis kenne.“ Die FDP finde Anklang im Land und der Zuspruch stimme hoffnungsfroh, so Ziegler. 30 Mitglieder zählt der Kreisverband Main-Spessart aktuell, 14 weitere gehören den von Sebastian Inderwies geleiteten Jungliberalen an. Neben zwei Bundestagsabgeordneten, mehreren Kreisvorsitzenden und diversen Landtagskandidaten begrüßte Ziegler vor allem Warema-Chefin Angelique Renkhoff-Mücke, die die Räume für diese Premiere zur Verfügung stellte und die, auf ihre Rolle als Arbeitgebervertreterin anspielend, meinte: „Neujahrsempfang macht mehr Spaß als Tarifverhandlungen.“ Ohne Umschweife machte Renkhoff-Mücke dann klar, was sich ein mittelständisches Familienunternehmen mit derzeit 3650 Mitarbeitern weltweit von der Politik erwarte. Bürokratie und Fachkräftemangel Um auch in Zukunft viele Mitarbeiter beschäftigen und in Deutschland produzieren zu können, brauche es nach Renkhoff-Mückes Worten für die Unternehmen mehr Flexibilität, weniger Bürokratie, eine gute Infrastruktur, deutliche Fortschritte bei der Digitalisierung und ausreichend Fachkräfte. Der Mindestlohn sei für Warema kein Thema, führte sie als Beispiel aus, doch seien mit dem „unglaublichen bürokratischen Aufwand“ allein dafür zwei Angestellte beschäftigt. Angesichts der guten Arbeitslosenzahlen – im Landkreis Main-Spessart habe man Vollbeschäftigung – sei der Fachkräftemangel ein Riesenproblem. „Wir kriegen keine Mitarbeiter mehr, auch keine Ungelernten.“ Deshalb müsse man massiv und aktiv werben, was leider auch mancher Handwerksbetrieb spüre, wenn von dort Beschäftigte zu Warema wechseln. Die Integration von Asylbewerbern sei mit großem Aufwand verbunden, aber sie funktioniere, so Renkhoff-Mücke weiter, die zu bedenken gab: „Wenn sie dann aber wieder heimgeschickt werden, dann ist das kontraproduktiv.“ An Wahlversprechen orientiert Man sei angetreten, Politik neu zu denken, versprach denn auch der 31-jährige FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Lukas Köhler (München) in seinem Gastvortrag. Er stehe voll hinter dem Ausstieg der Liberalen aus den Jamaika-Verhandlungen. „Wir haben uns leiten lassen von den Versprechen, die wir im Wahlkampf gegeben haben.“ Köhler betonte, die FDP mache keine Klientelpolitik, ihr gehe es um die Förderung des selbstbestimmten Lebens für jeden Einzelnen, für alle Schichten der Gesellschaft. Schwerpunkt seiner Ausführungen war die liberale Umweltpolitik, die sich an vier Prinzipien orientiere: Vorsorge (welche Konsequenzen hat welches Handeln), Klugheit (simple Lösungsansätze funktionieren am besten), Schadensvermeidung und Verantwortung (der Verursacher von Umweltschäden muss dafür aufkommen). Keinesfalls dürfe Umweltpolitik ideologiegesteuert sein und stets müsse sie international gedacht werden. Hoffmann: Regierungsbeteiligung offen Hinter der FDP in Bayern lägen „nicht einfache Prozesse“ räumte Generalsekretär Norbert Hoffmann (Landshut) ein. Doch nun sei „Aufbruchstimmung im Land“, mit 6400 Mitgliedern sei man fast wieder beim Allzeithoch von 6700. Ob die FDP nach der Landtagswahl am 14. Oktober in Bayern mitregieren wolle? Hoffmann: „Wir übernehmen immer dann Verantwortung, wenn ein Politikwechsel möglich ist.“ Nach der CSU-Klausur habe er jedoch erhebliche Zweifel, „ob man mit dieser Partei in der jetzigen Verfassung zukunftsweisende Politik machen kann“. Zur zukunftsweisenden Politik gehört für Stammkreis-Kandidat Peter Sander die Bildungspolitik. Der Konrektor der Lohrer Mittelschule nannte als wesentliche Ansätze: die frühkindliche Bildung stärken, Politik für alle Schularten und nicht nur fürs Gymnasium, den Schulen mehr Freiheiten geben und sie von Verwaltung entlasten, das duale System fördern. Zum Wiederkommen lockte stellvertretender Kreisvorsitzender Werner Jannek abschließend die Referenten mit dreierlei Produkten aus Marktheidenfeld: Wein, Bier und Pralinen.

Quelle: http://www.mainpost.de/regional/main-spessart/Buerokratie-Fachkraeftemangel-Umweltpolitik-Wahlversprechen;art774,9859510
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