Helge Ziegler
2. März 2010

FDP-Konzept einer Fußgängerzone in Marktheidenfeld

Der Ortsverband der „FDP Marktheidenfeld und Umgebung“ hat sich schon früh im „Bürgerforum“ für eine Fußgängerzone in Marktheidenfeld ausgesprochen. Nun folgt das Konzept. Wir stellen uns eine Fußgängerzone vor, die außer dem Marktplatz auch die Mitteltorstraße, einen Teil der Bronnbacher Straße, die Obertorstraße und einen Teil des Mainkais beinhaltet.

Grundidee dieses Vorschlages ist es, die Attraktivität der gesamten Altstadt für die Kunden der Geschäfte und auch die Anwohner zu erhöhen. Wettbewerbsverzerrungen durch eine einseitige Bevorzugung bestimmter Bereiche der Altstadt lehnen wir ab. Für Geschäftsanlieferungen darf die Fußgängerzone bis 11:00 Uhr im Schritttempo befahren werden.

In unmittelbarer Umgebung zur Innenstadt sind viele Parkplätze gelegen. Beginnt die Fußgängerzone möglichst in deren Nähe, so wird die Entfernung zwischen beiden auch als kurz empfunden. Aus diesem Grund soll auch die Obertorstraße in die Fußgängerzone einbezogen werden, um allein schon die Entfernung zum Brückenparkplatz gefühlsmäßig möglichst kurz zu halten. Dies könnte für einige Geschäfte in der Obertorstraße, deren Kunden die Waren auch per Auto abholen können müssen, von Nachteil sein. Deshalb schlagen wir vor, die Petzoltstraße ab der Luitpoldstraße zur Einbahnstraße Richtung Brückenstraße umzuwidmen. An beiden Seiten dieses Teiles der Petzoltstraße könnten schräg viele Parkplätze angeordnet werden, einige davon speziell für Kunden der Geschäfte in der Obertorstraße.

Die Obertorstraße von der Attraktivität einer Fußgängerzone auszuschließen, nur weil sich künftig die Kundenströme mehr im Bereich Lermann/neues Rathaus bewegen sollen, halte wir für falsch. Gerade in der Obertorstraße sehen wir die Gefahr eines allgemeinen Attraktivitätsverlustes. Ein nicht geringer Fußgänger- und Fahrradstrom erschließt sich die Stadt vom Brückenparkplatz her in die Innenstadt, wodurch die Obertorstraße ein Tor zur Innenstadt ist. Sie zu vernachlässigen würde den Besuchern einen schlechten ersten Eindruck von unserer Stadt vermitteln.

Ferner würden wir den Mainkai zwischen der Herrngasse und der Hofgasse zur Fußgängerzone erklären. Dies erhöht an Marktheidenfelds „Schokoladenseite“ die Attraktivität der beiden Gastronomiebetriebe. Diesen würden wir eine wesentlich intensivere Außenbestuhlung genehmigen, jedenfalls soweit es die gesetzlichen Voraussetzungen, beispielsweise für Notfahrzeuge, zulassen. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, billigen wir diese intensivere Außenbestuhlung ebenso allen gastronomischen Betrieben in der Obertorstraße zu, wobei hier noch der Stadtbus zu berücksichtigen ist.

Den Anliegern im Bereich der Fußgängerzone und des Mainkais erlauben wir ein zeitlich uneingeschränktes Zufahren zu ihren Anwesen. Die Zufahrt zu den Häusern im Bereich des Mainkais erfolgt über die Obertorstraße in die jeweils zu Einbahnstraßen erklärten Obere Gasse, Glaser- und Herrengasse. Der Verkehr würde über den Mainkai und eine noch herzustellende kleine Straßenverbindung über den Brückenparklatz abgeleitet werden. Die Wagnergasse würden wir in Richtung Mainkai schließen; das Ausfahren erfolgt über die Bronnbacherstraße, ebenso für die Anlieger der Hofgasse.

Nach unseren Vorstellungen sollte die Untertorstraße ab der Unteren Gasse in Richtung Marktplatz sowie die Schenk-, die Stier- und die Fahrgasse zur Einbahnstraße erklärt werden. Der Verkehr wird dann über den Mainkai und die Untere Gasse zurück abgeleitet.

Ferner würden wir es für sinnvoll erachten, die Kolpingstraße in Richtung Hotel Anker zur Einbahnstraße zu erklären und den Verkehr über das Stadtmauergässchen und die Bronnbacher Straße zu leiten. An der Kreuzung Bronnbacher Straße empfiehlt sich für den beidseitigen Abfluss in die Luitpoldstraße eine Ampelanlage.

Eine Fußgängerzone muss den Interessen der direkt betroffenen Bürger und Geschäftsleute aber auch der gesamten Stadt gerecht werden. Marktheidenfeld steht im direkten Wettbewerb zu den Städten Wertheim, Lohr und Karlstadt. Durch seine zentrale Lage, den hervorragenden Branchenmix, die Idylle und die Schokoladenseite am Mainkai bietet es hervorragende Perspektiven und eine gute Positionierung zwischen Würzburg und Aschaffenburg.

Ferner sollte bedacht werden, dass der Aufstieg über die neue Mainbrücke bis zum Jahr 2012 fertig sein soll. Der Verkehr aus den Umlandgemeinden wird dann, nachteilig für die innerstädtischen Geschäfte und Lokalitäten, über den Äußeren Ring um das Stadtzentrum herum gelenkt. Um so mehr muss die Innenstadt attraktiv sein, um die Kunden in die Stadt zu bringen. Dazu empfehlen wir auch einen guten Ausweis der überwiegend kostenlosen Parkplätze.

Dieses Konzept alleine steigert bereits die Attraktivität  der Innenstadt, ist für sich allein gesehen für die Bewältigung der vor uns liegenden Aufgaben aber noch nicht ausreichend. Deshalb empfehlen wir die Beauftragung einer Stadtmarketinggesellschaft zur Erarbeitung weiterer Alleinstellungsmerkmale. Außerdem schlagen wir vor, die Entscheidung jetzt nicht „mit heißer Nadel zu stricken“ und einen Stadtratsbeschluss zurück zu stellen. Die positiven Elemente, die jeder Vorschlag in sich birgt, sollten an einem „Runden Tisch“ diskutiert werden, an dem neben je 2 Vertreter der Fraktionen auch jeweils 2 der IG AAG, der Werbegemeinschaft, des Gewerbevereins und, wenn es gewünscht ist, auch der FDP teilnehmen.


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