Reiner Hellbrück
2. Mai 2008

Bildung statt Mindestlöhne

Die einen fordern das Falsche, die andern verursachen Probleme

Bildung ist der Schlüssel zu mehr Beschäftigung und Wohlstand für alle. Denn Statistiken zeigen, daß viele Personen ohne Berufsausbildung und niedrigem Bildungsabschluß von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Sie zeigen auch, daß sich die Misere seit den frühen siebziger Jahren anbahnte. Arbeitslosigkeit ist folglich kein Konjunkturproblem, wie selbst manche Ökonomen glauben machen wollen, sondern ein Strukturproblem: etwas läuft grundlegend falsch in unserem Land.

Je mehr Personen arbeitslos sind, desto weniger wird produziert. Das, was an Wohlstand verteilt werden kann, ist geringer als ohne Arbeitslosigkeit. So wundert es nicht, daß nun in manch' anderen Staaten pro Kopf mehr verdient wird als in Deutschland. Wie in jedem Land haben wir ein Verteilungsproblem, doch die Verteilungskämpfe werden härter, weil der 'Kuchen' kleiner wird. Aus diesen Gründen mache ich Bildung zu einem meiner zentralen Themen im Landtagswahlkampf.

Mindestlöhne sind kein Ausweg aus diesem Problem, denn entweder entfalten sie keine Wirkung oder erhöhen die Arbeitslosigkeit. Sind sie niedriger als das allgemeine Lohnniveau, so sind sie wirkungslos; sind sie höher, so steigt die Arbeitslosigkeit, da niemand für einen Beschäftigten bereit ist mehr zu zahlen als er kostet.

Was liegt also näher, als in Bildung zu investieren? Was aber macht die bayerische Staatsregierung? Statt mehr Lehrer einzustellen, um die Klassengrößen zu verringern, wird der qualifizierte Hauptschulabschluß so einfach, daß praktisch alle bestehen. Statt Hochschulen finanziell besser auszustatten, werden sie genötigt, in Kinosälen Vorlesungen abzuhalten. Durch Verringerung des Gymnasiums um ein Jahr wurden keine Probleme gelöst, vielmehr wurden neue hervorgerufen. Bereits heute arbeiten viele Schüler, Studenten und Lehrer an ihrer Belastungsgrenze. Bildung tut Not, auch in der bayerischen Staatsregierung.


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