Hellbrück
Main-Spessart, 7. September 2007

Main-Spessart-Programm für die Kommunalwahl 2008

Landratskandidatur steht

 Prof. Reiner Hellbrück ist gestern ohne Gegenstimme als Landratskandidat der FDP Main-Spessart nominiert worden. Das Main-Spessart-Programm für die Kommunalwahl 2008 fußt auf zwei Säulen, dem FDP-Modell Leistungsorientierte Schule und dem Modell Bedarfsgerechte Versorgung.

Wirtschaftliche Ausgangslage

Die Region ist gekennzeichnet durch das Industrieviereck Würzburg-Schweinfurt-Lohr -Marktheidenfeld. Hieraus ergibt sich eine Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich über alle Qualifikationsstufen hinweg, insbesondere jedoch eine Nachfrage nach Ingenieuren. Diese Nachfrage wird vor allem durch Arbeitskräfte aus der Region gedeckt. Das Arbeitsangebot jedoch hält nicht Schritt. Nadelöhr sind nicht die Hochschulen, es mangelt an guter Schulbildung. So haben von etwa 300 Studenten der Elektrotechnik an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt im Jahr 2006 gerade mal 16 Studenten ihren Abschluß gemacht.

Leistungsorientierte Schule

Wie in vielen anderen Bereichen auch lassen sich Probleme vor Ort häufig unbürokratisch und schnell lösen und so ist es auch in der Schule. Deshalb möchte die FDP Main-Spessart in einer oder mehreren Modellschulen die Eigenverantwortung stärken, das heißt, die Schulen erhalten Budget- und Personalverantwortung. Die Lehrmethoden obliegen den Lehrern, um sicherzustellen, daß sie auch hinter dem verwendeten pädagogischen Konzept stehen. Die Höhe des Budgets richtet sich nach der Schülerzahl. Entscheidend für die Auswahl der Schule soll der Schulerfolg sein. Dieser bemißt sich nicht alleine nach den erzielten Noten, denn die Aufgaben der Schule erstrecken sich auch auf die Vermittlung von Werten und das Einüben von Sozialverhalten. Insofern ist der Aufbau eines Qualitätsvergleichs nötig, um Schülern und Eltern die Auswahl der passenden Schule zu ermöglichen. Durch überproportional großen Erfolg einiger weniger Schulen könnte es zu einer regionalen Ungleichverteilung der Schulen kommen, doch wie im sonstigen Wirtschaftsleben auch, kann eine Schulleitung mehrere Standorte betreuen. Im Hinblick auf den regionalen Arbeitsmarkt soll der Schwerpunkt auf dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich liegen. Da in diesem Bereich auch mit bescheideneren Sprachkenntnissen gute Erfolge erzielt werden können, ist dies ein Beitrag zur Integration von Personen mit Migrationshintergrund.

Soziale Ausgangslage

Die Mittel sind begrenzt, eine Trivialität, auf die jedoch immer wieder hingewiesen werden muß. Dennoch, die Defizite der Kreiskrankenhäuser halten an. Zudem zeichnet sich gemäß Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und des bayerischen Hausärzteverbandes eine Verschlechterung der hausärztlichen Versorgung ab. Nicht nur die Gesamtbevölkerung altert, sondern auch die Hausärzte. Im Jahr 2006 waren in der Region Karlstadt - Gemünden 50 Prozent der Hausärzte sechzig Jahre oder älter. In manchen Dörfern droht in naher Zukunft die hausärztliche Versorgung wegzubrechen.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an Versorgung für ältere Mitbürger. Selbst in einer Stadt wie Marktheidenfeld bereitet es älteren Mitbürgern Schwierigkeiten, ohne Auto Lebensmittel und sonstige Dinge des täglichen Lebens zu kaufen. In manchen Dörfern gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. Einen alten Baum, so heißt es, verpflanzt man nicht, und so ist es auch mit älteren Menschen. Jüngere wandern tendenzmäßig in die Städte ab. Aufgrund dessen geht der Alterungsprozeß in Dörfern schneller von statten als in der Gesamtbevölkerung. Die bestehende soziale Infrastruktur deckt sich immer weniger mit dem Bedarf.

Bedarfsgerechte Infrastruktur

Deshalb sieht es die FDP Main-Spessart als nötig an, die soziale Infrastruktur dem Bedarf anzupassen. Bei einer Verschlechterung oder gar dem Wegbrechen der hausärztlichen Versorgung muß Ersatz geschaffen werden. Dies soll über die Entwicklung integrierter Versorgungsformen unter Einbeziehung betroffener Bürger, Ärzten, Krankenkassen und sonstigen Anbietern erfolgen. Grundlage hierfür bilden einschlägige Regelungen des Sozialgesetzbuches V. Die ambulante und stationäre Pflege muß ausgebaut und es muß sichergestellt werden, daß ältere Personen in der Lage sind, Dinge des täglichen Lebens zu besorgen. Eine Steigerung der Effizienz der Bezirkskrankenhäuser ist dann jedoch unausweichlich. Andere Krankenhäuser haben vorgemacht, daß trotz vermindertem Personalaufwand eine hohe medizinischer Versorgungsqualität erzielt werden kann. Betroffenes Pflegepersonal wird deshalb nicht arbeitslos, sondern ihr Wechsel in den Bereich der ambulanten und stationären Pflege ist notwendig, um eine bedarfsgerechte Infrastruktur zu erhalten.


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